Cornelius-Winkler
Hube Kemper

Auseinandersetzung einer GbR

RechtsanwÀltin Recknagel

Bei der Auseinandersetzung einer GbR ist zunĂ€chst zu prĂŒfen, ob der Gesellschaftsvertrag eine FortfĂŒhrungsklausel enthĂ€lt oder nicht.
Wenn ja, wird nur eine fiktive Auseinandersetzung betrieben, d.h. in einer Auseinandersetzungsbilanz werden das Vermögen der GbR und die Schulden einander gegenĂŒbergestellt und der sich fĂŒr den ausscheidenden Gesellschafter ergebende Betrag ausgezahlt bzw. er muss bei etwaigen Verlusten seinen Anteil zahlen.
Gibt es keine FortfĂŒhrungsklausel, weil es z.B. keinen schriftlichen Vertrag oder keine VerstĂ€ndigung der Gesellschafter ĂŒber das Vorgehen bei Ausscheiden oder KĂŒndigung eines Gesellschafters gibt, dann geht die GbR wie jede andere Gesellschaft auch in die Liquidation, sie wird aufgelöst. Hierzu mĂŒssen zunĂ€chst alle Verbindlichkeiten der GbR erfĂŒllt werden, ggf. mit Nachschusspflicht nach den Anteilen der Gesellschafter. GegenstĂ€nde, die der Gesellschafter eingebracht hat und die nicht zur Schuldenbereinigung versilbert werden mĂŒssen, werden dem Gesellschafter zurĂŒckgegeben. Übrigens: Ohne ausdrĂŒckliche Vereinbarungen haften alle nach gleichen Anteilen. Verbleibt danach noch ein Vermögen, wird dies anteilsmĂ€ĂŸig aufgeteilt. Dann ist die GbR liquidiert. Da diese GbRs in der Regel nicht eingetragen werden, bedarf auch die Auflösung keiner Offenlegung. Zur Vermeidung etwaiger (Schein-)Haftung empfiehlt es sich gleichwohl, die GlĂ€ubiger der GbR (und damit in der Regel auch der einzelnen Gesellschafter, zur TeilrechtsfĂ€higkeit der GbR siehe hier) von der Trennung zu unterrichten.
BĂ€rbel Recknagel