Cornelius-Winkler
Hube Kemper

Mediation

Bei der Mediation handelt es sich nicht um ein Rechtsgebiet, sondern um ein Instrument der Streitschlichtung. Mediation (von lateinisch medius = die Mitte haltend) ist ein  freiwilliges Verfahren zur Beilegung und Kl√§rung eines Konfliktes. In F√§llen, in denen die Rechtslage nicht eindeutig ist oder die Streitenden auch weiterhin miteinander arbeiten oder leben m√ľssen, wenn besonders hohe Gerichtskosten drohen oder keine √Ėffentlichkeit wie bei gerichtlichen Verfahren gewollt ist, k√∂nnen Streitende mit Unterst√ľtzung einer dritten allparteilichen Person, dem Mediator, zu einer L√∂sung gelangen, die genau auf die Bed√ľrfnisse beider Parteien zugeschnitten ist. Bei der Mediation wird die Verantwortung f√ľr einen Konflikt nicht an einen Dritten abgegeben wie bei Gericht. Ein Mediator ber√§t weder, noch entscheidet er, sondern begleitet mit Mitteln der professionellen Kommunikation den Einigungsprozess. Dies f√∂rdert die Selbstverantwortlichkeit der Beteiligten und hilft, Strategien f√ľr den zuk√ľnftigen Umgang zu erlernen und Verst√§ndnis f√ľr einander zu gewinnen. Mediatoren werden in der Regel nach Stunden bezahlt und k√∂nnen Rechtsanw√§lte, aber auch andere Berufstr√§ger mit entsprechender Ausbildung sein.
Am Ende der Mediation steht eine Abschlussvereinbarung, die von beiden Parteien erarbeitet und dann beschlossen wird. Diese kann dann notariell beurkundet werden und ist somit auch vollstreckbar, wenn dies von den Parteien gew√ľnscht wird.
Mediation kann grunds√§tzlich bei Streitigkeiten aus allen Rechtsgebieten Anwendung finden. Besonders etabliert ist das Verfahren bei Konflikten am Arbeitsplatz, bei Trennung und Scheidung, im Rahmen eines T√§ter-Opfer-Ausgleichs, bei Schulkonflikten, Erbauseinandersetzungen und bei Verhandlungen in der Wirtschaft. Ein Mediator kann nicht im  gleichen Konflikt Anwalt einer Partei sein. Deshalb wird ein seri√∂ser Mediator immer darauf hinwirken, dass sich beide Parteien vor Verabschiedung der Abschlussvereinbarung getrennt voneinander anwaltlich beraten lassen. In der Regel gehendie Streitparteien mit einem Entwurf der Abschlussvereinbarung zu ihren Anw√§lten. Diese geben erforderlichenfalls rechtliche Hinweise, die‚Äď wenn gew√ľnscht ‚Äď in einer weiteren Mediationssitzung  neu verhandelt und in die Abschlussvereinbarung eingearbeitet werden. So wird gew√§hrleistet, dass beide Parteien nur in Kenntnis ihrer rechtlichen Situation einer eigenverantwortlich getroffenen L√∂sung zustimmen und keine juristischen Stolpersteine √ľbersehen werden.
Mediation hat inzwischen auch Einzug bei den Gerichten gefunden. So bieten einige Bundesländer bei verschiedenen Konflikten eine Mediationsverhandlung vor der eigentlichen Gerichtsverhandlung an, die von einem Richtermediator des zuständigen Gerichts geleitet wird und bei Erfolg als Vergleich protokolliert wird.

Julia Kull