Cornelius-Winkler
Hube Kemper

Arbeitnehmerhaftung

Rechtsanwalt Kemper

Grunds├Ątzlich hat jeder im Rechtsleben daf├╝r einzustehen, dass ├╝bernommene Aufgaben ordnungsgem├Ą├č erf├╝llt werden. Handelt man unsorgf├Ąltig, hat man daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Dieser Mangel an Sorgfalt wird als Fahrl├Ąssigkeit bezeichnet, wobei je nach Verschuldensgrad zwischen leichter, mittlerer und grober Fahrl├Ąssigkeit unterschieden wird. Diese Abstufung spielt insbesondere bei der Arbeitnehmerhaftung eine Rolle, da die Rechtsprechung davon ausgeht, dass aufgrund der dauernden Leistungserbringung Fehler unvermeidlich sind. Daher soll bei betrieblich veranlasster T├Ątigkeit, d.h. alles, was der Arbeitnehmer zur Erf├╝llung seines Arbeitsvertrages leistet, leichte Fahrl├Ąssigkeit keine Haftung nach sich ziehen. Bei mittlerer Fahrl├Ąssigkeit soll der Schaden zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber unter Ber├╝cksichtigung der Umst├Ąnde des Einzelfalles aufgeteilt werden. Etwaige Versicherungen bzw. das Fehlen derselben sind bei der Aufteilung ebenso zu ber├╝cksichtigen wie etwa betriebliche Ursachen, die den Schaden mitherbeigef├╝hrt haben.
Bei grober Fahrl├Ąssigkeit haftet der Arbeitnehmer in der Regel voll. Hier k├Ânnen aber Haftungsgrenzen aus Billigkeitsgr├╝nden gesetzt werden, etwa wenn ein besonders hoher Schaden zu einer dauerhaften Verschuldung des Arbeitnehmers f├╝hren w├╝rde.
Handelt jemand besonders riskant und nimmt dabei einen Schaden in Kauf, liegt in der Regel Vorsatz vor. Hier gibt es keine Haftungserleichterungen, sondern der Arbeitnehmer hat f├╝r den vollen Schaden einzustehen, erst recht nat├╝rlich, wenn der Schaden bewusst herbeigef├╝hrt wurde. Bei der Haftung bei bestehenden Versicherungen gilt nicht anderes.
Heinrich Kemper